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Kunst und Literatur

Das Fischlandhaus ist ein unter Denkmalschutz stehendes Hochdielenhaus, wie es typisch für unsere Region ist. Das etwa 200 Jahre alte Hochdielenhaus beherbergt heute eine reizvolle kleine Bibliothek für Gäste wie Einheimische und eine Galerie. Im Jahr 2010 wurde das Gebäude aufwendig saniert und um einen Veranstaltungsraum ergänzt. In den Galerieräumen finden jährlich drei Ausstellungen in Kooperation mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop statt, ergänzt durch regelmäßige Konzerte und Lesungen.

Aktuelle Ausstellung:

Antje Fretwurst-Colberg - Meisterin der Grafik

Die Ausstellung ist vom 20. Mai 2020 bis 11. Oktober 2020 zu sehen.

Antje Fretwurst-Colberg feiert in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag. Das ist der äußere Anlass für drei Ausstellungen, die ihr Werk in größerem Umfang würdigen: Das Fischlandhaus Wustrow, kuratiert vom Kunstmuseum Ahrenshoop, die Galerie im Kloster Ribnitz-Damgarten und der Kunstkaten Ahrenshoop zeigen die Grafik, die Hinterglasmalerei und die Malerei als jeweils gleichwertige Arbeitsgebiete der Künstlerin. Dieser Ausstellungszyklus beginnt mit einer Vorstellung des grafischen Werks im Fischlandhaus Wustrow. Gezeigt werden mehr als 50 Radierungen und Wasserfarbenmalereien auf Papier aus 52 Jahren ihres Schaffens.

Seit 1997 wohnt Antje Fretwurst-Colberg mit ihrem Mann, dem Maler Friedrich Wilhelm Fretwurst, in Dändorf am Saaler Bodden, wo die Fretwursts als Familie seit langem zu Hause sind. Geboren wurde sie in Hamburg als Tochter des Malers Willy Colberg. Als kleines Kind erlebte sie das brennende Hamburg im Zweiten Weltkrieg. 1954, mit vierzehn Jahren, ging Antje Colberg ohne ihre Eltern in den Osten. In Sanitz lebte sie im Internat der Oberschule und machte dort ihren Schulabschluss. Es folgte ein Studium der Kunsterziehung in Greifswald. Ab 1967 studierte sie freie Malerei und Grafik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Es wurden drei Jahrzehnte einer Künstlerexistenz im Osten Berlins daraus.

Die Grafik war in dieser Zeit in der DDR ein beliebtes künstlerisches Medium – wegen ihrer reichen technischen Möglichkeiten, aber auch wegen ihrer Erschwinglichkeit und der vielfältigen Verbreitungswege außerhalb des staatlichen Auftragswesens für Künstler. Das Künstlerpaar Fretwurst bestritt seine Existenz zu einem guten Teil von Grafik. Antje Freturst-Colberg hat vor allem die Radierung hoch kultiviert: Als Kaltnadel, Strich- und Pinselätzung, Reservage, Aquatinta oder Vernis mou, in  verschiedenen Kombinationen dieser Techniken, schwarzweiß und in farbigen Varianten, oft von mehreren Platten gedruckt. Ihr druckgrafisches Werk ist technisch vielfältig und ausgefeilt. Sie schuf Blätter zu Motiven, wie sie auch in ihrer Malerei vorkommen: Stadt- und Küstenlandschaften, das Hafentreiben, vielerlei Geselligkeit von Menschengruppen, Reiseeindrücke, Szenen, die ein zwischenmenschliches und innermenschliches Geschehen von besonderer Art vermitteln, Stillleben, Porträts und zeichenhaft empfundene, herausgehobene Gestalten der Natur, wie Wind und Wetter sie geformt haben: Bäume, Hölzer, Steine. Alle diese Motive verhalten sich zu ihrem Werk im Ganzen wie Einzelpassagen eines großen Romans zu der Gesamtschau auf das Leben, die er geben will. Blattfolgen zu literarischen Werken – wie dem Roman „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin oder Alejo Carpentiers Erzählung „Finstermette“ kommen hinzu. Ihre Werke sind zuweilen überbordend mitteilsam. Die stets von starker Sinnlichkeit getragene und immer positiv gestimmte Aura ihrer Blätter bezeugt ein tiefes Verständnis für die einfachen Dinge des Lebens in ihrer selbstverständlichen Schönheit und Würde.

Öffnungszeiten: täglich 10-16 Uhr

Fischlandhaus Wustrow, Neue Straße 38, 18347 Ostseebad Wustrow
Telefon 038220 80465

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