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Kunst und Literatur

Das Fischlandhaus ist ein unter Denkmalschutz stehendes Hochdielenhaus, wie es typisch für unsere Region ist. Das etwa 200 Jahre alte Hochdielenhaus beherbergt heute eine reizvolle kleine Bibliothek für Gäste wie Einheimische und eine Galerie. Im Jahr 2010 wurde das Gebäude aufwendig saniert und um einen Veranstaltungsraum ergänzt.

In den Galerieräumen finden jährlich drei Ausstellungen in Kooperation mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop statt, ergänzt durch regelmäßige Konzerte und Lesungen.

Aktuell: Die Ausstellung Ernte des Schattens. Der Barther Maler Franz Höhne (1892-1980)

Eröffnung ist am Sonntag, 6. November 2011, um 15 Uhr.
Die Ausstellung ist vom 07.11.2011 – 25.03.2012 zu sehen. Geöffnet ist das Fischlandhaus Mo-Di von 10-12 und 14-17 Uhr; Do von 10-12 und 14-18 Uhr; Fr-So von 11-16 Uhr.

Lebensweg und Schaffen Franz Höhnes waren, wie das vieler anderer Künstler seiner Generation, überschattet von den Erschütterungen der beiden Weltkriege, den in ihrer Folge geschehenen gesellschaftspolitischen Umbrüchen und den Auswirkungen zweier Diktaturen. In Hinterpommern geboren, erhielt er seine künstlerische Ausbildung an den Akademien in Breslau und Weimar, lebte einige Jahre als freischaffender Maler in Dresden und Berlin, bevor er sich am Ende der 1920er Jahre als Zeichenlehrer in Barth niederließ, wo seine Kinder zur Welt kamen und aufwuchsen. Das Frühwerk Franz Höhnes war expressionistisch und von Anteilnahme für die einfachen Menschen seiner Umgebung geprägt gewesen. In den Barther Jahren bestimmte dieses Interesse seine Sujets auch weiterhin, hinzu kam aber jetzt eine mit den Jahren immer stärker werdende Verbundenheit mit dem Meer in allen seinen atmosphärischen Schattierungen und auf das menschliche Leben bezogenen Gesichtern. Max Beckmann wurde zum großen Vorbild Höhnes, nicht zuletzt mit seinen eindringlichen und metaphorischen Bildern vom Meer. Das machte ihn in der Nazi-Diktatur zum künstlerischen Außenseiter.

Das Schaffens Franz Höhnes ist nur bruchstückhaft erhalten: Fast das gesamte vor 1945 entstandene Werk verschwand in den Wirren der sowjetischen Besatzung Barths, als die Familie ihr Haus verlassen musste. Es folgten entbehrungsreiche Jahre, in denen der Künstler ohne Anstellung blieb und die Familie kaum von seiner Arbeit existieren konnte. Manches Bild entstand jetzt nur für den Austausch gegen die nötigsten Dinge des Lebens. Daneben blieb das Ringen um eine gültige Form, mit dem er in der DDR wie schon vorher nicht erfolgreich sein konnte. Gleichgesinnte in dieser Zeit waren Künstler wie Max Schwimmer, die Wustrower Malerin Hedwig Holtz-Sommer oder der damals ganz junge Zeichner und Schwimmer-Schüler Dieter Goltzsche. Franz Höhne verließ die DDR 1969 und verbrachte seine letzten Lebensjahre in Bremen. Nachdem sein Werk im vergangenen Jahrzehnt mehrfach in Ausstellungen in Ahrenshoop, Stralsund und Weimar gewürdigt worden ist, zeigt die kleine Schau im Fischlandhaus das Oeuvre in einer neuen Zusammenstellung, die neben Bekanntem bisher nicht gesehene Werke enthält. Ein großer Teil dieser Arbeiten ist mittlerweile in der Obhut der Stiftung Kunstmuseum Ahrenshoop.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop. Mehr Informationen auf www.kunstmuseum-ahrenshoop.de

Kontakt: Fischlandhaus, Neue Str. 38, 18347 Ostseebad Wustrow, 038220 80465

Ausblick: Fotoausstellung Hans Pölkow - Fotografien aus sechs Jahrzehnten

Eröffnung ist am Sonntag, 1. April 2012, um 15 Uhr.
Die Ausstellung ist vom 02.04.2012 – 10.06.2012 zu sehen.